Mehr Flexibilität macht den Unterschied
Wie gut eine Vier-Tage-Woche funktioniert, sei in jedem Handwerksbetrieb unterschiedlich, so ZDH-Präsident Dittrich und erläutert bei Beate Kranz von den Funke Medien, dass derzeit Arbeitszeit- sowie Arbeitsschutzregelungen die Umsetzung erschweren.
"Im Handwerk gibt es längst Betriebe mit einer Vier-Tage-Woche – auch als Instrument, um ihre Arbeitgeberattraktivität zu steigern und die Chancen im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte zu erhöhen. Ob das Instrument im Einzelfall umsetzbar ist, hängt aber von vielen Faktoren ab: von der konkreten Ausgestaltung sowie der betrieblichen Arbeitsorganisation und auch vom Geschäftsmodell des Handwerksbetriebs. Ein allgemein formulierter Rechtsanspruch würde daher niemandem helfen und für die Betriebe nur zusätzliche Bürokratie bedeuten. Denn letztlich muss jeder Betrieb für sich entscheiden, wie er seine Arbeit organisiert. Vor diesem Hintergrund wäre es vielmehr wünschenswert, den Betriebsinhaberinnen und -inhabern in Absprache mit ihren Beschäftigten eine größere Flexibilität bei der Verteilung von Arbeitsstunden im Wochenverlauf einzuräumen und im Arbeitszeitgesetz von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umzustellen. Denn das würde für beide Seiten mehr Flexibilität bedeuten: Für die Betriebe, um den zunehmend individuellen Bedürfnissen ihrer Kunden nachkommen zu können. Und für die Beschäftigten, um beispielsweise Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bekommen. Um es klar zu sagen: Das soll die Arbeitszeit der Beschäftigten nicht erhöhen, sondern vielmehr ermöglichen, die Arbeit flexibler zu verteilen. Fest steht aber auch: Allein das Angebot einer Vier-Tage-Woche kann den Fachkräftemangel ganz sicher nicht lösen, da dadurch in der Summe nicht mehr Fachkräfte zur Verfügung stehen."