Zentralverband des
Deutschen Handwerks
Zentralverband des
Deutschen Handwerks
29.08.2023

Mobilitätswende braucht verlässliche Förderpolitik

Zum 31. August läuft der Umweltbonus für gewerbliche Nutzerinnen und Nutzer ersatzlos aus. Dazu erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):
Elektriker, der aus seinem Lieferwagen Werkzeuge und Materialien holt.

"Die Mobilitätswende findet nicht nur mit, sondern auch im Handwerk statt: Die Modernisierung der betriebseigenen Fuhrparks und die Umstellung auf alternative Antriebe schreitet in den Betrieben voran. Der Umweltbonus für Fahrzeuge gewerblicher Nutzerinnen und Nutzer hat diese Umstellung als praxistaugliche Fördermaßnahme bislang erfolgreich flankiert und die teils sehr kostspieligen Investitionen ermöglicht. Dass dieses bewährte Instrument nun ersatzlos ausläuft, ist angesichts des Förderbedarfs wie der klimapolitischen Zielsetzungen unverständlich.

Förderprogramme haben eine zeitlich begrenzte, aber wichtige Übergangsfunktion: Gerade bei den gewerblich genutzten Pkws und Nutzfahrzeugen sind die Preisunterschiede zwischen konventionellen und alternativen Antrieben nach wie vor sehr hoch. Zudem kommen geeignete Fahrzeugmodelle wie E-Transporter, die im Betriebsalltag als „mobile Werkstatt“ genutzt werden können, erst nach und nach auf den Markt. Dass der Umweltbonus nun im gewerblichen Bereich auslaufen soll, droht den erst beginnenden Hochlauf der Elektromobilität in Handwerk und Mittelstand nun zu bremsen.

Die Modernisierung gewerblicher Fuhrparks spielt auch für die klimapolitischen Zielsetzungen der Bundesregierung eine zentrale Rolle, die sich jedoch so in der Förderpolitik nicht widerspiegelt: Für die im Handwerk stark verbreiteten Pkw – Kombis, Kleinbusse und Pick Ups – gibt es ab September 2023 kein praxistaugliches und mittelstandgeeignetes Förderprogramm mehr, das denselben Erfolg wie der Umweltbonus verspricht.

Bürokratiearme und mittelstandsgerechte Förderprogramme sind für eine beschleunigte Mobilitätswende jedoch eine entscheidende Voraussetzung: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BDMV)  sind daher gefordert, ein abgestimmtes Konzept vorzulegen, um den Übergang zur Elektromobilität im mittelständischen Gewerbe zu unterstützen und damit das Handwerk in die Lage zu versetzen, Mobilitätswende und Antriebswandel vollumfänglich mitzugestalten."

Mobilität im Handwerk

Das Handwerk braucht Mobilität. Es ist darauf angewiesen, eigene Fahrzeuge für die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung, für Fahrten zu Serviceeinsätzen oder zu Baustellen sowie für den Transport von Arbeitsmaterialien flexibel nutzen zu können.

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